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Augusta24 - Hotels und Pensionen in Augsburg

Die Geschichte von Augsburg

Antike [Bearbeiten]

Prunkhelm (Römisches Museum)

Prunkhelm (Römisches Museum)

Als Gründungsjahr Augsburgs gilt 15 v. Chr., da in diesem Jahr auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Oberhausen ein Legionslager, das später auch als Nachschubdepot diente, errichtet wurde. Kaiser Augustus hatte seinen beiden Stiefsöhnen Drusus und Tiberius den Auftrag dazu erteilt. Diesem Gründungsdatum zufolge würde das bedeuten, dass Augsburg nach Trier die zweitälteste Stadt Deutschlands ist. Gesichert ist dagegen, dass sie nach Augusta Treverorum eine der größten römischen Siedlungen nördlich der Alpen war.

Um das vor der Zeitenwende entstandene Lager bildete sich im ersten Jahrhundert die Siedlung Augusta Vindelicorum (siehe Namensherkunft), der Kaiser Hadrian im Jahr 121 n. Chr. das römische Stadtrecht verlieh. Augsburg war ab etwa 95 n. Chr. Hauptstadt der römischen Provinz Raetien,
die sich bis nach Oberitalien erstreckte. Es ist unbekannt, wann genau
Augsburg Provinzhauptstadt wurde; ein archäologischer Befund deutet
aber darauf hin, dass Kempten im Allgäu (Cambodunum) noch bis ins späte 1. Jahrhundert n. Chr. diese Funktion hatte.

Neuen Forschungen zufolge wurde der Neckar-Odenwald-Limes erst im Jahre 98 n. Chr. unter Kaiser Trajan angelegt, zeitgleich mit dem für dieses Jahr gesicherten Bau der römischen Fernstraße von Mainz über Bad Cannstatt
nach Augsburg. Ein Zusammenhang dieser beiden strategischen Bauprojekte
mit der Verlegung der Hauptstadt der Provinz Rätien von Kempten nach
Augsburg liegt nahe, ist aber bisher nicht positiv belegt (vergleiche
hierzu: Kinzigtalstraße).

Nach der Teilung der römischen Provinz Raetia
im Jahr 294 n. Chr. wurde Augsburg Hauptstadt der Provinz Raetia
Secunda, in die nach dem Ende der römischen Herrschaft um 450 n. Chr.
ab dem 5. Jahrhundert die Alemannen einfielen. Dass die Siedlung dabei
aber nicht zerstört wurde, sondern weiterhin Bestand hatte, ergibt sich
aus der Erwähnung von Wallfahrten zum Grab der Heiligen Afra in der von Venantius Fortunatus (nach 600 in Poitiers gestorben) im Jahr 565 veröffentlichten metrischen Vita sancti Martini (MGH auct. ant. IV 1/2), Vers 642.

Schon in der Spätantike wurde Augsburg Sitz eines Bischofs. So sind aus der Zeit um 300 Überlieferungen über einen Bischof Narzissus erhalten geblieben. Auch das Martyrium einer der Stadtheiligen, Afra von Augsburg, fällt in etwa in diese Zeit.

Mittelalter [Bearbeiten]

Augsburg errang im Mittelalter nach mehreren Jahrhunderten ohne nennenswerte Ereignisse wieder wachsende Bedeutung, als Kaiser Otto I. mit Hilfe des Bischofs Ulrich von Augsburg die westwärts strebenden Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld südlich der Stadt besiegte.

Am 21. Juni 1156 erhielt Augsburg durch Kaiser Friedrich Barbarossa
wieder das Stadtrecht verliehen, das knapp hundert Jahre später 1251
durch das Recht auf Führung eines Siegels und auf Besteuerung ihrer
Bürger erweitert wurde. Barbarossas Augsburger Schied 1158 (zwei Jahre nach der Stadterhebung Augsburgs) markiert den offiziellen Stadtgründungstag Münchens. Den Höhepunkt dieser Entwicklungen bildete die Reichsfreiheit (mit dem Titel einer Freien Reichsstadt), die 1276 von König Rudolf von Habsburg verliehen wurde. Die nun ausgeweitete Selbstständigkeit Augsburgs führte zu heftigen Auseinandersetzungen mit dem Hochstift als weltlichem Herrschaftsbereich des Fürstbischofs, die ihren Höhepunkt in der Verlagerung der bischöflichen Hauptresidenz nach Dillingen an der Donau fanden.

In der Folge übernahmen mehr und mehr Patrizierfamilien
die Herrschaft über die Stadt, was jedoch nicht immer problemlos
ablief: So gab es 1368 einen Aufstand der städtischen Handwerker,
welcher zur Einführung einer Zunftverfassung führte. Elf Jahre später
trat Augsburg dem Schwäbischen Städtebund bei, der 1388 wieder zerfiel.

In Folge der Zunftverfassung und der damit verbundenen Regulierung aller handwerklichen Tätigkeiten wuchs die Macht der Zünfte stetig an, so dass sie bis 1547 an der Stadtregierung beteiligt waren. Schon sieben Jahre zuvor – 1540 – war die Augsburger Börse gegründet worden.

Neuzeit [Bearbeiten]

Hauptartikel: Reichstag zu Augsburg

Fuggerscher Stadtpalast

Fuggerscher Stadtpalast

Den Höhepunkt dieser Periode stellt die Diktatur des Ulrich Schwarz
dar, der das Bürgermeisteramt 1469 mit großen politischen Visionen
übernommen hatte. Anfangs gelang es ihm unter anderem, den bis dato
unterrepräsentierten niederen Zünften Mitsprache im Stadtregiment
einzuräumen und Augsburg aus der Schuldenfalle zu befreien. Als sich
ihm das Patriziat
jedoch entgegenstellte, griff er zu brutalen Mitteln und ließ an den
Patrizierbrüdern Vittel die Todesstrafe vollstrecken, was zu seinem
eigenen Sturz und seiner Hinrichtung 1478 führte.

Nach dem endgültigen Niedergang der Zunftherrschaft im Jahre 1547 entwickelte sich Augsburg vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende der Renaissance zu einem der bedeutendsten Handels- und Wirtschaftszentren der Welt, was vor allem auf den Einfluss der Kaufmannsfamilien Fugger und Welser zurückgeht.

Augsburg (Holzschnitt 1493)

Augsburg (Holzschnitt 1493)

Perlachplatz (1550)

Perlachplatz (1550)

Gustav II. Adolf vor den Mauern Augsburgs im Jahre 1632

Gustav II. Adolf vor den Mauern Augsburgs im Jahre 1632

Augsburg im Jahre 1643

Augsburg im Jahre 1643

Reformationszeit [Bearbeiten]

Die Stadt gehörte 1529 zu den Vertretern der evangelischen Minderheit beim Reichstag zu Speyer, beteiligte sich aber nicht an der Protestation. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens, die auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 mit dem Augsburger Bekenntnis von Philipp Melanchthon formuliert wurde. Die Confessio Augustana stellt die Bekenntnis- und Gründungsurkunde der Lutherischen Kirche dar.

In der Stadt Augsburg existierte zwischen 1524 und 1573 eine bedeutende Täufergemeinde, die vor allem durch die Augsburger Märtyrersynode
20. bis 24. August 1527, eine internationale Zusammenkunft von
Abgesandten unterschiedlicher Täuferkreise, Bekanntheit erlangte. Die
meisten der Synodalen starben später als Märtyrer für ihre Überzeugungen.

Am 22. Juli 1534 beschloss der Große Rat der Stadt, dass nur von ihm „installierte“ Prädikanten
in der Stadt predigen durften. Der katholische Gottesdienst wurde auf
die acht Kirchen der Stifte eingeschränkt. Kleinere Kirchen und
Klosterkirchen wurden geschlossen. Mit diesem Religionsmandat nahm der
Rat formal die Kirchenhoheit der Stadt in Anspruch.

Im Jahr 1548 veranlasste Kaiser Karl V. eine neue patrizische Stadtverfassung und erließ das Augsburger Interim.
Mit der neuen Stadtverfassung führte die Stadt ein paritätisches
Regierungs- und Verwaltungssystem ein (Gleichberechtigung und exakte
Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten, – siehe Paritätische Reichsstadt). Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden 1555 beruhigte auch in der Stadt das Zusammenleben der Bürger. 28 Jahre später – am 24. Februar 1583 – wurde in Augsburg der Gregorianische Kalender eingeführt.

Während des Dreißigjährigen Krieges
wurde die Fuggerstadt am 20. April 1632 von der schwedischen Armee
eingenommen. An diese Zeit erinnert der Schwedenturm mit dem Standbild
des Stoinerner Mo sowie die Schwedenstiege, die beide Teile der Augsburger Befestigungsanlage waren.

18. Jahrhundert [Bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert erlebte die Instrumentenmacherkunst in Augsburg eine neue Blüte. Sie ist eng mit dem Namen Georg Friedrich Branders (1713–1783) verbunden, dessen Erzeugnisse in ganz Europa Anklang fanden. Am 13. Dezember 1703 wurde Augsburg im Spanischen Erbfolgekrieg durch bayerische Truppen unter Kurfürst Maximilian II. Emanuel besetzt, die es 1704 allerdings wieder räumen mussten.

1784/1785 kam es zu Weberunruhen, die schließlich am 29. Januar 1794 im Weberaufstand gipfelten. Den Hintergrund des Streites bildete die aufkommende Textilindustrie mit ihren Kattunmanufakturen, welche das Weberhandwerk bedrohten. So hatte Johann Heinrich Schüle 1771 mit der Schüleschen Kattunfabrik in Augsburg die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent errichtet.

Moderne [Bearbeiten]

Durch den Friedensvertrag von Pressburg (26. Dezember 1805) verlor Augsburg, das bereits am 21. Dezember von bayerischen Truppen
besetzt worden war, die Reichsfreiheit und fiel an Bayern. Bis dahin
war es von sieben Patrizierfamilien beherrscht worden. Ab 1809 erhielt
die Stadt einen eigenen Polizeidirektor und unterstand direkt der
Kreisverwaltung. Später bezeichnete man solche Städte als „kreisfrei“.

1862 entstand das Bezirksamt Augsburg, aus dem später der Landkreis Augsburg hervorging. Dieser wurde bei der Kreisreform
1972 mit dem ehemaligen Landkreis Schwabmünchen, einem Teil des
ehemaligen Landkreises Wertingen und einigen Orten der Landkreise Donauwörth und Neuburg an der Donau vereinigt. Seine heutige Ausdehnung erhielt der Landkreis Augsburg mit der Ausgliederung der Gemeinde Baar zum Landkreis Aichach-Friedberg im Jahr 1994. Augsburg blieb Sitz des Landkreises, die Stadt selbst war stets kreisfrei.

Im 19. Jahrhundert erlangte Augsburg noch einmal Bedeutung als
Zentrum der Textilindustrie und des Maschinenbaus (bedeutendstes
Unternehmen hierbei ist die heute nur noch mit dem Kürzel MAN bekannte Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg). So hatte zum Beispiel die Messerschmitt AG seit 1927 hier ihren Hauptsitz. Mit der Allgemeinen Zeitung von Johann Friedrich Cotta erschien in Augsburg außerdem die bedeutendste deutsche Tageszeitung dieser Zeit.

Zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts machte sich der
technische Fortschritt auch in der Fuggerstadt bemerkbar: Nachdem 1881
bereits Pferdebahnen auf Schienen eingeführt worden waren, ging 1898
die elektrische Straßenbahn
in Betrieb. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges erhielt die Stadt 1917
auch elektrisches Licht (bis dahin war die gesamte Beleuchtung durch
Gaslaternen gesichert worden).

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg [Bearbeiten]

Bei der Reichstagswahl 1933
erhielt die NSDAP in Augsburg 32,3 % der Stimmen. Mit Beginn der
„Nationalen Revolution in Bayern“ am 9. März begann der Terror gegen
politische Gegner auch in Augsburg. Ende März 1933 wurde der 1929
gewählte Stadtrat aufgelöst und anhand der Ergebnisse der Reichstagswahl vom 5. März neu besetzt, jedoch ohne die Stadträte der KPD. Im Mai verließ die SPD,
die schon vorher von fast allen städtischen Ausschüssen ausgeschlossen
war, auf Druck der Nationalsozialisten den Stadtrat, am 5. Juli folgte
die BVP. Die Abgeordneten der DNVP schlossen sich der Fraktion der NSDAP an.

In der Stadtratssitzung vom 28. April wurde der 2. Bürgermeister der
SPD, Ackermann, formell pensioniert und Joseph Mayr (NSDAP), der das
Amt schon vorher kommissarisch geführt hatte, zum neuen
2. Bürgermeister gewählt. Am 31. Juli schließlich wurde der
Oberbürgermeister Dr. Otto Bohl
(BVP) entlassen und auf der Stadtratssitzung am 3. August durch
Dr. Edmund Stoeckle (NSDAP) ersetzt. Die Machtübernahme in der Stadt
war damit abgeschlossen.

Bildnis von Bebo Wager auf einer Spendenmarke der Augsburger SPD

Bildnis von Bebo Wager auf einer Spendenmarke der Augsburger SPD

Schon am 9. März wurden kommunistische Funktionäre in „Schutzhaft
genommen. Richteten sich die Verhaftungen zunächst gegen Kommunisten
und Sozialdemokraten, gerieten schnell auch Juden und andere
missliebige Personen, wie auch Abgeordnete der BVP, in Haft. Auch der
Brand der Sängerhalle (im heutigen Wittelsbacherpark) am 30. April 1934
war Anlass einer Verhaftungswelle.

Mit der Neugliederung des Reiches 1933 wurde Bayern in sechs Gaue eingeteilt. Augsburg wurde Hauptstadt des Gaues Schwaben.

Am Morgen des 10. November 1938 brannte die 1917 erbaute Synagoge
an der Halderstraße, in der Folge wurden jüdische Geschäfte und
Privatwohnungen verwüstet. Neben vielen anderen Widerstandskämpfern wie
Bebo Wager wurde auch der SPD-Landtagsabgeordnete Clemens Högg während der NS-Zeit ermordet.

Augsburg erlitt im Zweiten Weltkrieg
durch Luftangriffe schwere Schäden, da die Stadt mit Produktionsstätten
wichtiger Rüstungsunternehmen (unter anderem Messerschmitt AG und MAN)
ein militärisches Ziel alliierter Bomberverbände war. Augsburg wurde
über 10-mal bombardiert, davon zweimal in Angriffen von größerer
Wirkung: am 17. April 1942 war das Ziel die U-Boot-Motoren-Produktion
der MAN, am 25. und 26. Februar 1944 galt der Angriff den Messerschmidt-Werken und dem Hauptbahnhof als süddeutschem Eisenbahnknotenpunkt.

Hauptartikel: Luftangriffe auf Augsburg

Am 28. April 1945 rückten Einheiten der 7. US-Armee
ohne Widerstand in Augsburg ein und errichteten hier einen Stützpunkt
mit mehreren Kasernen, der erst 1998 durch den Abzug der letzten
Truppen vollständig aufgegeben wurde.

Hauptartikel: US-Garnison Augsburg

Bundesrepublik Deutschland [Bearbeiten]

Die Altstadt mit ihren bedeutenden Bauten wurde nach Kriegsende
größtenteils wieder aufgebaut, wobei einige Arbeiten bis in die heutige
Zeit andauern. So konnte die Renovierung des 1985 anlässlich der
2000-Jahr-Feier der Stadt eröffneten Goldenen Saals
erst 1996 abgeschlossen werden. Als Hauptstadt des Regierungsbezirks
Schwaben fügte sich Augsburg in das politische System der
Bundesrepublik Deutschland und des Freistaats Bayern ein.

Durch den Bau des Rosenaustadions errang die Stadt in der Nachkriegszeit große Bedeutung für unzählige sportliche Veranstaltungen, unter anderem Leichtathletik-Ländervergleiche. Den Höhepunkt dieser Ereignisse bildeten die Kanu- und Kajak-Wettbewerbe auf dem "Eiskanal" sowie einige Basketball-, Fußball- und Handball-Vorrundenspiele der Olympischen Spiele 1972, die in Augsburg ausgetragen wurden.

Schon zwei Jahre zuvor wurde die Universität als Nachfolger mehrerer anderer Hochschulen
gegründet und nahm mit dem wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen
Fachbereich ihre Arbeit auf. Durch die Einrichtung weiterer Fakultäten
und den Bau eines Campus ab 1974 wuchs ihre Bedeutung stetig an, so dass dort heute etwa 14.500 Studenten eingeschrieben sind.

Nachdem das städtische Gesundheitswesen über viele Jahrhunderte sehr dezentral und uneinheitlich organisiert gewesen war, markierte die Einweihung des Zentralklinikums,
das mittlerweile „Klinikum Augsburg“ heißt, im Jahr 1982 eine
bedeutende Wende: Seitdem werden alle Notfälle und Operationen zentral
in einem Krankenhaus behandelt; die kleineren Kliniken haben sich
derweil spezialisiert (siehe Gesundheitswesen in Augsburg).

Eine schwere Naturkatastrophe erlebte die Stadt mit dem Pfingsthochwasser 1999, als Lech und Wertach nach tagelangen Niederschlägen und der zugleich eintretenden Schneeschmelze in den Alpen über die Ufer traten. Als schließlich ein Stauwehr einbrach, wurden ganze Stadtteile überschwemmt, wodurch ein Millionenschaden entstand.

In der jüngsten Zeit wurde Augsburg mehrmals durch Insolvenzen
bedeutender Firmen von schweren Krisen geschüttelt und besitzt heute
eine über dem bayerischen Durchschnitt liegende Arbeitslosigkeit.
Daneben sorgten verschiedene Rückschläge wie die fehlgeschlagene
Erweiterung des Flugplatzes zu einem großen Regionalflughafen oder die
gescheiterte Ansiedlung eines BMW-Werkes
für Makel in der Ende des 20. Jahrhunderts eingetretenen positiven
Entwicklung der Stadt. Durch verschiedene kulturelle
Großveranstaltungen wie das Mozart- oder das Brecht-Jahr hat sich Augsburg in den letzten Jahren weltweite Beachtung verschafft.

Städtische Legenden [Bearbeiten]

Stadtgöttin Cisa [Bearbeiten]

Angeblich war Cisa (dea Ciza) die Stadtgöttin von Augsburg. In Randnotizen des aus dem Stift Ursberg stammenden Excerptum ex Gallica Historia (um 1135) wird ausführlich von der erfolglosen römischen Belagerung der von schwäbischen Stämmen
zwischen Lech und Wertach errichteten Stadt Cisaris, dem späteren
Augsburg, berichtet. Die Stadt war demnach nach einem Heiligtum der
Göttin Cisa benannt. In diesem Text werden auch die Lokalnamen Kriegshaber von einem Griechen Avar, Hafnerberg von einem Militärpräfekt Habeno (auch: Hebeino) und Pfersee von einem Militärtribunen Verres (auch: Verus) abgeleitet (siehe auch: Ableitung des Namens Pfersee).

Der Text aus dem 12. Jahrhundert erweist sich als diffuse Kompilation mit deutlichem Schwerpunkt auf der, für die Sagenforschung
nicht ungewöhnlichen, phantasievollen Ausdeutung nicht mehr
verstandener, wohl voralemannischer Lokalnamen. In der Diskussion blieb
allein die Göttin Cisa, sicherlich deswegen, weil Jacob Grimm in seiner Deutschen Mythologie den „Werth der merkwürdigen Überlieferung“ ausdrücklich betonte.

Ob man an der Stelle des heutigen Kitzenberges bei der Basilika St. Ulrich und Afra eine alemannische Ziuverehrung annehmen kann, ist ebenfalls wissenschaftlich nicht zu belegen. In Augsburg war zumindest seit dem späten Mittelalter ein provinzialrömisches Medusenhaupt
bekannt, das in der heutigen Ulrichskirche eingemauert war und sich
heute im Römischen Museum befindet. Eine Darstellung der Cisa ist auf
der Wetterfahne des Perlachturms zu sehen; ferner sollen der Legende nach einige Darstellungen auf den Bronzetüren des Domes auf die Göttin hindeuten.

Der Stoinerne Ma [Bearbeiten]

Der „Stoinerne Ma“ („Steinerner Mann“) ist eine überlebensgroße
Steinfigur an der östlichen Stadtmauer im Bereich der so genannten
„Schwedenstiege”, die in unmittelbarer Nähe der Galluskirche liegt. Sie
stellt wohl einen einarmigen Bäcker mit einem Laib Brot und einem
Schild dar. Im Bereich der Füße befindet sich ein schneckenförmig
gedrehtes Postament.

Der „Stoinerne Ma“ an der östlichen Stadtmauer

Der „Stoinerne Ma“ an der östlichen Stadtmauer

Der Sage nach handelt es sich um den Bäcker "Konrad Hackher”, der
während einer langen Belagerung der Stadt aus Sägemehl Brote gebacken
und für die Belagerer deutlich sichtbar über die Stadtmauer in den
Graben geworfen haben soll. Der Eindruck, in Augsburg gäbe es noch so
viel Brot, dass man es über die Mauer werfen könne, soll die Belagerer
so demoralisiert haben, dass sie aus Wut nach ihm mit einer Armbrust
schossen. Ein Treffer schlug ihm den Arm ab, bald darauf brachen sie
die Belagerung ab. Historisch gehört das Ereignis in den Dreißigjährigen Krieg,
genauer zur Belagerung Augsburgs während der Jahre 1634/35, als
katholische Truppen unter Generalfeldmarschall von Wahl die von den
protestantischen Schweden besetzt gehaltene Stadt zurückerobern
wollten. Verlässlich belegt ist die Tat des Bäckers freilich nicht.

Fakten jenseits dieser Legende gibt es allerdings: In seinem
akribisch recherchierten Beitrag zur 1941 erschienenen Nr. 54 der
„Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben“ definiert Eduard
Lampart die damals noch an der Hausecke Pulvergässchen/Unterer Graben
stehende Figur als Bastelei aus einigen ursprünglich nicht
zusammengehörigen Teilen. Es dürfte sich um Funde bei Erdarbeiten in
der Stadt handeln, die über Generationen hinweg zum erwähnten Eckhaus
gekarrt wurden, weil es bis 1810 der Sitz des amtierenden „Städtischen
Bauwarts“ war. Einem der Bauwarte ist die wohl zwischen Anfang und
Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgte Aufstellung der Figur zu verdanken.
Dass sie den historisch nicht belegbaren Bäcker-Helden Hacker
darstellt, wurde ihr erst später angedichtet.

Die Statue wird gerne von Spaziergängern angesteuert, die an der
Stadtmauer entlang flanieren. Da es Glück bringen soll, die Nase der
Steinfigur zu berühren, ist dieser Brauch vor allem bei Liebespaaren
beliebt.

Die sieben Kindeln [Bearbeiten]

In der Hauswand des Anwesens Bei den Sieben Kindeln 3
befindet sich ein eingelassenes Steinrelief aus der Römerzeit, das
sechs spielende, nackte Kinder darstellt, die um einen Sarg versammelt
stehen. Der Legende nach soll die Gedenkplatte von einem römischen
Offizier zur Erinnerung an das Ertrinken
eines seiner Kinder in Auftrag gegeben worden sein (deshalb heißt es
"sieben" Kinder, obwohl die Platte nur sechs darstellt: Das siebte Kind
sei ertrunken und liegt in dem Sarg). Nach heutigem Wissensstand stellt
die Platte Eroten dar und bildete einmal die Längsseite eines so genannten Erotensarkophags.