Augsburg war in seiner Geschichte immer wieder ein kulturelles
Zentrum und besitzt noch heute in verschiedenen Bereichen eine
überregionale Bedeutung für Kunst und Kultur.
Die Fuggerei
(älteste Sozialsiedlung der Welt)
Aus der Zeit der römischen Besiedlung als Augusta Vindelicorum
sind heute nur noch wenige Fundstücke erhalten, die größtenteils in
Museen ausgestellt werden. Am besten lässt sich das einstmalige Leben
noch am Straßenverlauf der Via Claudia Augusta erahnen, der noch heute größtenteils vorhanden ist.
Im Mittelalter entstanden vor allem Sakralbauten, deren bedeutendste der Dom Unsere Liebe Frau und die Basilika St. Ulrich und Afra sind, die das Stadtbild auch heute noch entscheidend prägen. Die um 1140 entstandenen Prophetenfenster im südlichen Obergaden des Doms sind die weltweit einzigen erhaltenen Beispiele romanischer Glasmalerei. Weitere bedeutende kirchliche Kunstwerke aus dieser Zeit sind die Bronzetüren des Augsburger Domes aus den Jahren 1065, die im Jahr 2000 renoviert wurden.
Der Perlachturm
Daneben umgab sich das mittelalterliche Augsburg mit großen Wehranlagen und einer durchgehenden Stadtmauer, von der noch heute viele Teile erhalten sind, unter anderem der Fünfgratturm oder das Wertachbrucker Tor. Innerhalb dieser Mauern siedelten sich zur selben Zeit Gold- und Silberschmiede
an, die sich über die Jahrhunderte einen hervorragenden Ruf
erarbeiteten. Ihre Werke können heute in verschiedenen Museen und
Ausstellungen betrachtet werden. Die Stadt selbst ist noch heute von
einer auffällig hohen Zahl von Handwerkern dieser Richtung geprägt.
Ihren absoluten Höhepunkt erlebte Augsburg zur Zeit der Renaissance, als hier Künstler wie Hans Holbein der Ältere oder Hans Burgkmair der Ältere
wirkten und die Stadt zu einem der bedeutendsten kulturellen Zentren in
Mitteleuropa werden ließen. In dieser Zeit entstanden einige der
wichtigsten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die nicht zuletzt
durch die reichen Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser finanziert wurden: Elias Holl erbaute das Rathaus, das als bedeutendster profaner Renaissancebau nördlich der Alpen gilt und über den Prachtbrunnen (Augustusbrunnen, Herkulesbrunnen und Merkurbrunnen) thront. Mit der Fuggerei entstand außerdem die älteste noch heute genutzte Sozialsiedlung der Welt.
Doch auch spätere Epochen haben in Augsburg ihre Spuren hinterlassen. Vor allem der Rokokostil, der auch Augsburger Geschmack genannt wurde, hat der Stadt seinen Stempel aufgedrückt: Aus dieser Zeit stammen unter anderem die Bischöfliche Residenz und das Schaezlerpalais.
Bärengehege im Augsburger Zoo
Während der Industriellen Revolution entstanden Fabrikanlagen wie zum Beispiel die Schülesche Kattunfabrik, der Glaspalast oder das Fabrikschloss, die heute größtenteils anderen Zwecken (zumeist als Museen oder Kunstgalerien) dienen, und Industriellenvillen wie das Gignoux-Haus, die Villa Haag oder die Villa Silbermann. Der Jugendstil hinterließ in Augsburg mit der Synagoge, der Herz-Jesu-Kirche im Stadtteil Pfersee und dem Alten Stadtbad ebenfalls außerordentliche Bauwerke.
Noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde 1937 der Augsburger Zoo
eröffnet, der nach Kriegsende mit exotischen Tieren bestückt wurde und
mit jährlich mehr als 500.000 Besuchern heutzutage die meistbesuchte
kulturelle Einrichtung Bayerisch-Schwabens darstellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg prägten zunächst vor allem Bauten für
Großveranstaltungen das Stadtbild, zu erwähnen ist vor allem das Rosenaustadion als modernstes Stadion seiner Zeit und viele in Sichtbeton-Bauweise errichtete Gebäude, so unter anderem die Sporthalle, das Kongresszentrum mit dem Hotelturm oder das Curt-Frenzel-Stadion.